MA-SO-CA
Mit Stolz in Deutschland handgefertigt

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Werter Angelfreund,

ich spinne nun schon seit über 50 Jahren, und ich bin MA-SO-CA's geistiger Vater. An meine Anfänge kann ich mich noch sehr gut erinnern.


Foto: Axel Finke


Als wäre es erst letzte Woche gewesen. Ich sehe noch das Bild meines viel zu früh verstorbenen Vaters vor mir. Wir angelten im Necker bei Kiebingen, einem kleinen Dorf zwischen Rottenburg am Neckar und Tübingen. Er drückte mir eine kurze, gespließte Spinnrute in die Hand. Mit wenigen Worten erklärte er mir, Spinnfischen bestünde aus dem Auswerfen des Köders, der Absinkphase und dem wieder Eindrehen des Köders.



Daß es hierbei auch auf die befischte Wassertiefe und die Einholgeschwindigkeit ankam interessierte mich in diesen Momenten wirklich nicht. Und so brauchte ich auch nicht allzu lang um die Köderbestände meines "alten Herren" bedenklich zu reduzieren. Er trug es mit erstaunlicher Gelassenheit. Mein Vater stellte, damals schon in liebevoller Einzelanfertigung, Blinker her.

Doch der Erfolg stellte sich bei dem 10-jährigen Jungen, ich vermute mit dem bekannten Anfängerglück, recht schnell ein. Damals gab es allerdings auch noch keine fliegenden und bzw. aufrecht gehende, zweibeinige Kormorane. Die Chance einen guten Fisch zu fangen war damals eindeutig besser. Und so wurde er süchtig danach zu erlernen wie das Wasser gelesen wird, um festzustellen, wo sich der Raubfisch im Wechsel der Jahreszeiten aufhält und wie man ihn dort fangen kann.

Einem väterlichen Freund, er hieß Gottfried Eichhorn, habe ich unwahrscheinlich viel zu verdanken. Bereits Mitte der 60-ziger Jahre angelten wir mit extrem feinen Schnüren und zudem noch risikoreicher als der Rest. Ich bin mir 100% sicher, daß wir deshalb fast immer mehr fingen als Angler die oft vor uns herfischten und glaubten damit früher am Fisch zu sein. Zudem war deren Schnur immer wesentlich dicker.

Bereits als 16-jähriger war ich zu fast 100% mit der Spinnrute unterwegs und ich fuhr die 18 km einfach an jedem Angeltag an den Neckar und wieder zurück. Manchmal kam mein Vater mit dem Lieferwagen unserer Firma und holte mich ab. Er sonnte sich aber auch ganz gerne in meinem Erfolg.




Einen Vorteil hatte ich allerdings. Mein Vater verdiente sein Geld mit der Oberflächenveredelung und Bearbeitung von Metallen. Wir hatten im Betrieb ausreichend Kupfer-, Messing- und Edelstahlbleche in verschiedenen Stärken. Ebenso Rundmaterial. Es war genau das Material das ich zum Köderbau brauchte.

Die benötigten Maschinen waren auch vorhanden. Damals fing ich an Blinker und Spinner in Kleinserien zu bauen. Ich habe damals schnell aus gemachten Fehlern gelernt. Manche Prototypen liefen so schlecht, daß ich sie an Ort und Stelle im Neckar versenkte. Bald hatte ich einen Emailleofen und eine selbstgebaute Lackierbox. Glaubt mir, ich habe mir Grundkenntnisse erworben, die in keinem Lehrbuch zu finden sind.





Heute, Jahrzehnte später, produzieren wir viele tausend Köder pro Jahr.

Wir verarbeiten kilometerweise Edelstahllitzen zu Stahlvorfächern und Systemen.

Für mich hat dieses Arbeitsgebiet bis heute nichts von seiner Faszination verloren. Es macht mir immer noch Freude und ich scheue nicht die vielen gefahrenen Kilometer um gebaute Köder durch Testreihen zu optimieren. Eine neue Köderserie zu entwickeln, sie durchzutesten und zur Serienreife zu bringen dauert oft einige Monate. Eine Serie in den Verkauf zu bringen kostet gut und gerne über tausend Euro. Denken Sie immer daran, wenn Sie einen Nachbau kaufen.

Neukundengespräche sind besonders unterhaltsam, nämlich dann, wenn mein Gegenüber mir einen Billigspinner hinhält und mir dann erklärt, daß dieser Spinner das Maß aller Dinge sei und ich mich daran messen lassen müßte. Dann packe ich ein und gehe. Mit soviel Fachwissen kann ich nicht mithalten.

Ich liebe Geschäfte, die ein "Testbecken" haben. In 18 Jahren ist es noch keinem Händler gelungen ein Verkaufsmuster zu finden, das nicht einwandfrei arbeitet





  
                                              Dieser Fisch wog weit über 20 Pfund!

Ich sage:

Wer einen 20-pfünder fangen will, muß einen 2-pfünder zurücksetzen.


Unsere Fische haben 3 Feinde:

  • Kochtopfangler. Daran zu erkennen, daß alle Fische geschluckt haben und abgeschlagen werden mußten.

  • Fliegende Komorane. Wo erlaubt, bringt Kaliber 12/70 mit 4 mm Schrot Abhilfe. Redet mit Jägern und Förstern.

  • Kormorane mit einer Angel in der Hand. Vereinsausschluß ist hier die beste Medizin.




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